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Wallbox intelligent laden: Wann sind 11 kW sinnvoll?

Wallbox intelligent laden: Wann sind 11 kW sinnvoll?

11 kW sind beim Laden zu Hause längst Standard. Doch nur weil Wallbox und Fahrzeug diese Leistung unterstützen, muss das Auto nicht ständig mit voller Leistung laden. Mit Photovoltaik, dynamischen Stromtarifen und einem Energiemanagement ist eine flexible Strategie oft sinnvoller.

11 kW sind die Reserve, nicht das Ziel

Benötigt ein Elektroauto beispielsweise 30 kWh und steht über Nacht zehn Stunden zu Hause, muss die Energie nicht innerhalb von drei Stunden geladen werden. Entscheidend ist: Wie viel Energie wird benötigt – und wann muss sie verfügbar sein?

Ist ausreichend Zeit vorhanden, kann die Wallbox den Ladevorgang an Solarerzeugung, Hausverbrauch und günstige Stromstunden anpassen. Die maximale Leistung bleibt verfügbar, wenn das Fahrzeug doch einmal schnell wieder einsatzbereit sein muss.

Mehr Solarstrom direkt ins Auto

Erzeugt die PV-Anlage gerade 6 kW und das Haus benötigt davon 1 kW, bleiben rund 5 kW Überschuss. Würde das Auto nun mit 11 kW laden, käme ein erheblicher Teil aus dem Netz. Eine intelligente Wallbox kann die Ladeleistung dagegen an den tatsächlich verfügbaren Überschuss anpassen.

Das Fahrzeug wird damit zum flexiblen Verbraucher: Es lädt nicht möglichst schnell, sondern möglichst passend zur verfügbaren Energie.

Ein- oder dreiphasig laden?

Beim AC-Laden liegt der Mindestladestrom vieler Fahrzeuge bei 6 Ampere. Daraus ergeben sich näherungsweise:

einphasig: 230 V × 6 A ≈ 1,4 kW
dreiphasig: 230 V × 6 A × 3 ≈ 4,1 kW

Eine automatische Phasenumschaltung kann deshalb kleinere PV-Überschüsse nutzbar machen. Ob sie unterstützt wird und welche Mindestleistung gilt, hängt von Wallbox, Fahrzeug und Installation ab.

Sehr langsam ist nicht automatisch effizient

Die niedrigste mögliche Ladeleistung ist nicht zwangsläufig die beste. Ladeelektronik, Steuergeräte, Batteriemanagement und gegebenenfalls die Temperierung benötigen während des Ladens ebenfalls Energie. Bei sehr geringer Leistung läuft dieser Grundverbrauch länger und kann den prozentualen Ladeverlust erhöhen.

Die richtige Strategie lautet daher nicht „immer möglichst langsam“, sondern: mit einer sinnvollen Leistung möglichst viel günstige oder selbst erzeugte Energie nutzen.

HEMS koordiniert Wallbox, Speicher und Wärmepumpe

Ein Home Energy Management System kann PV-Erzeugung und Prognose, Hausverbrauch, Batteriespeicher, Strompreise und den gewünschten Abfahrtszeitpunkt gemeinsam betrachten. So lässt sich entscheiden, wann das Auto lädt und welche Leistung gerade zum Gesamtsystem passt.

Mit diesem Zusammenspiel beschäftigen wir uns auch bei der Entwicklung von Solanya HEMS. Das System befindet sich noch in Entwicklung; daneben gibt es bereits weitere HEMS-Lösungen am Markt, die je nach Hersteller unterschiedliche Geräte und Strategien unterstützen.

Fazit: So schnell wie nötig, so intelligent wie möglich

Eine 11-kW-Wallbox bietet wertvolle Leistungsreserven. Im Alltag ist die Maximalleistung jedoch häufig nicht nötig. Entscheidend ist eine Ladeleistung, die PV-Nutzung, Stromkosten, Ladeverluste und den gewünschten Abfahrtszeitpunkt sinnvoll verbindet.


Quellen und weiterführende Informationen:
Bundesnetzagentur: Ladeeinrichtungen und Netzanschluss
openWB: Technische Hinweise zum PV-Überschussladen

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