Für private Photovoltaikanlagen war das Prinzip bisher einfach: Strom selbst verbrauchen und den Überschuss gegen eine feste EEG-Vergütung ins Netz einspeisen. Mit der geplanten EEG-Novelle 2027 soll sich dieses Prinzip grundlegend verändern.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie spricht von einem „Paradigmenwechsel bei den Erneuerbaren“. Neue Anlagen sollen künftig stärker an den Strommarkt herangeführt und schrittweise in die Direktvermarktung überführt werden.
Für Betreiber neuer PV-Anlagen bedeutet das: Nicht mehr allein die erzeugte Kilowattstunde zählt – sondern zunehmend auch, wann Strom erzeugt, verbraucht, gespeichert oder ins Netz eingespeist wird.
Die feste Einspeisevergütung soll schrittweise auslaufen
Der Regierungsentwurf zur EEG-Novelle sieht einen grundlegenden Wechsel bei der Förderung neuer Anlagen vor. Bestandsanlagen sind davon nicht betroffen: Bereits zugesicherte Förderansprüche sollen über die vorgesehene Laufzeit erhalten bleiben.
Auch für kleinere neue Photovoltaikanlagen soll der Wechsel nicht über Nacht erfolgen. Nach dem derzeitigen Gesetzentwurf sind für neue Anlagen unter 25 Kilowatt feste Vergütungen noch bis Ende 2028 vorgesehen. Anschließend soll eine vierjährige Starthilfe den Übergang in die eigenverantwortliche Vermarktung unterstützen.
Welche Fristen dabei im Einzelnen gelten und was danach für private Anlagenbetreiber geplant ist, erklären wir ausführlich in einem zweiten Beitrag zur EEG-Novelle.
Die grundsätzliche Richtung ist jedoch klar: Der Betreiber einer neuen PV-Anlage wird künftig stärker zum Teilnehmer am Energiemarkt.
Was bedeutet Direktvermarktung im Privathaushalt?
Bei der klassischen Einspeisevergütung erhält der Betreiber für seinen eingespeisten Solarstrom einen gesetzlich festgelegten Vergütungssatz.
Bei der Direktvermarktung wird der eingespeiste Strom dagegen über einen Direktvermarkter am Strommarkt vermarktet.
Für entsprechende Lösungen arbeiten wir unter anderem mit SpotmyEnergy zusammen.
Damit gewinnt eine Größe an Bedeutung, die für viele private PV-Betreiber bisher kaum eine Rolle spielte: der aktuelle Wert des Stroms am Markt.
Gerade an sonnigen Tagen produzieren sehr viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig große Mengen Energie. In diesen Stunden können die Börsenstrompreise entsprechend niedrig oder zeitweise sogar negativ sein.
Einfach möglichst viel Solarstrom mittags ins Netz einzuspeisen, muss deshalb künftig nicht automatisch die wirtschaftlich beste Lösung sein.
Genau hier wird ein HEMS interessant
Ein Home Energy Management System – kurz HEMS – verbindet Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und weitere Verbraucher wie Wallbox oder Wärmepumpe zu einem intelligent gesteuerten Energiesystem.
Mit unserem derzeit in Entwicklung befindlichen HEMS Solanya verfolgen wir genau diesen Ansatz.
Statt lediglich zu messen, wie viel Solarstrom gerade erzeugt und verbraucht wird, soll das Energiemanagement künftig entscheiden können, was mit der verfügbaren Energie zu welchem Zeitpunkt sinnvoll geschieht.
Sind die Marktpreise beispielsweise niedrig, kann es sinnvoll sein, den Batteriespeicher zu laden, das Elektroauto zu versorgen oder andere flexible Verbraucher zu nutzen, anstatt den Strom unmittelbar einzuspeisen.
Zu anderen Zeiten können wiederum andere Entscheidungen wirtschaftlich sinnvoller sein.
Direktvermarktung + Speicher + HEMS
Besonders interessant wird deshalb die Kombination aus Direktvermarktung und intelligentem Energiemanagement.
Der Direktvermarkter schafft die Verbindung zum Strommarkt. Das HEMS optimiert die Energieflüsse innerhalb des Hauses. Batteriespeicher, Wallbox, Wärmepumpe und weitere flexible Verbraucher werden dabei nicht mehr als einzelne Komponenten betrachtet, sondern als gemeinsames Energiesystem.
Aus dem bisherigen Prinzip
PV erzeugt → Haushalt verbraucht → Überschuss wird eingespeist
wird zunehmend:
PV erzeugt → HEMS bewertet → Strom wird verbraucht, gespeichert oder vermarktet.
Dabei können künftig neben dem aktuellen Verbrauch beispielsweise Wetter- und Erzeugungsprognosen, Strompreise, Speicherzustand oder der erwartete Energiebedarf berücksichtigt werden.
Chance oder finanzielles Risiko?
Direktvermarktung bedeutet nicht automatisch höhere Einnahmen.
Wer seinen Strom überwiegend zu Zeiten niedriger Marktpreise einspeist und kaum Möglichkeiten besitzt, Verbrauch oder Speicherung zeitlich zu verschieben, kann gegenüber einem festen Vergütungsmodell auch Nachteile haben.
Auf der anderen Seite entstehen neue Chancen für Haushalte, die ihre Energie flexibel nutzen können.
Ein Batteriespeicher kann Energie zeitlich verschieben. Eine Wallbox kann das Elektroauto bevorzugt zu wirtschaftlich günstigen Zeiten laden. Eine Wärmepumpe kann – innerhalb der Komfortgrenzen – ebenfalls flexibel betrieben werden. Und ein HEMS kann diese Möglichkeiten miteinander koordinieren.
Damit verändert sich die entscheidende Frage einer Photovoltaikanlage.
Künftig geht es nicht mehr nur darum:
„Wie viel Strom produziert meine Anlage?“
Sondern zunehmend:
„Was ist in diesem Moment die wirtschaftlich sinnvollste Verwendung für meinen Strom?“
2027 beginnt ein neues Kapitel für Photovoltaik
Die EEG-Novelle ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Der Regierungsentwurf befindet sich im parlamentarischen Verfahren. Einzelne Regelungen können sich bis zum endgültigen Gesetz deshalb noch verändern.
Die Richtung ist dennoch deutlich: mehr Markt und Wettbewerb, mehr Kosteneffizienz und mehr Verantwortung für das Gesamtsystem.
Für private Anlagenbetreiber bedeutet das zunächst mehr Dynamik und möglicherweise auch mehr Komplexität. Gleichzeitig eröffnet die Verbindung aus Photovoltaik, Speicher, Direktvermarktung und intelligentem Energiemanagement neue Möglichkeiten.
Mit SpotmyEnergy als Partner im Bereich Direktvermarktung und unserem derzeit in Entwicklung befindlichen HEMS Solanya beschäftigen wir uns bereits heute mit dieser nächsten Entwicklungsstufe der privaten Energieversorgung.
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EEG 2027: Was gilt für PV-Anlagen unter 25 kW – und wann endet die klassische Einspeisevergütung wirklich?
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand des Gesetzgebungsverfahrens vom 11. September 2026 wieder. Änderungen im weiteren parlamentarischen Verfahren sind möglich.

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